Vorwort
Bei meinen Recherchen
für das Buch "Frauen lachen anders", das 2007
im mgv Verlag erschien, antworteten mir die darin versammelten
Kabarettistinnen auf meine Frage, warum es denn keine satirische
Sendung wie den "Scheibenwischer" für Frauen
gäbe, dass sich Frauen für Politik und Wirtschaft
nicht wirklich interessieren. Vor allem deshalb, weil Frauen
dort nicht vorkommen. Für sie würden diese Themen
erst dann spannend, wenn sich Frauen in diesen Bereichen durchsetzen
und erfolgreich sind.
Auf die Frage, warum die meisten Männer bei Herausforderungen
sagen: "Ich kann das!" Frauen hingegen: "Kann
ich das?", antwortet Ursula von der Leyen, Bundesministerin
für Familie, Senioren, Frauen und Jugend:
"Blättern Sie in alten Zeitungen und Zeitschriften
oder schauen Sie sich Nachrichtensendungen von vor zwanzig
Jahren an - da sind sämtliche Führungspositionen
ausschließlich von Männern besetzt. Auf einigen
sitzen inzwischen auch Frauen, aber es fehlten lange Vorbilder,
dass das überhaupt geht."
Es geht! Die zwölf
Frauen und deren Geschichte, die ich Ihnen vorstellen möchte,
sind der mitreißende, ermutigende Beweis: die Designerin
Silke Leffler, die Modemacherin Evelin Brandt, die Fraktionsvorsitzende
von Bündnis 90/Die Grünen Renate Künast, die
Galeristin Carol Thiele, die Bischöfin Dr. Margot Kaßmann,
die Unternehmerin Barbara Wiedemann, die Rennfahrein Jutta
Kleinschmidt, die Agenturchefin Beate Scheufele, die Bundesministerin
Dr. Ursula von der Leyen, die Corporate Vice President Human
Resources Dr. Simone Siebeke, die Spitzenköchin Sarah
Wiener und die Bankerin Ira Holl.
Jede dieser Frauen
kann Vorbild sein für andere Frauen, die gerade dabei
sind, über Erfolg und Karriere mit und ohne KInd nachzudenken
und ihren eigenen Weg noch nicht gefunden haben oder aber
das eigene Vorgehen mit dem anderer Frauen vergleichen wollen.
Über Hillary und Bill Clinton gibt es eine Witz, in dem
es um einen Tankwart, eine Jugendliebe Hillarys, geht. "Hättest
du den geheiratet", höhnt Bill, "säßest
du irgendwo in der Pampa fest und wärst nicht mit dem
Präsidenten der Vereinigten Staaten verheiratet."
- "Falsch", entgegnet Hillary, "hätte
ich den geheiratet, wäre er jetzt Präsident!"
Kein schlechter Witz, aber er ist von gestern. Heute wollen
die Frauen diesen Posten selber. Die Kompetenz und Power haben
sie.
Also: Traut Euch!
Frauen an die Macht!
Berlin, im Februar
2008
Heide- Ulrike
Wendt |